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Daisy

Warum das Trüffelschwein bellt

 

Die weiße Trüffel ist eine der teuersten Delikatessen der Welt. Zum Glück genügen ein paar Gramm, um einen Hauch vollkommener Glückseligkeit zu erhaschen.

Die weiße Trüffel ist die edelste, die teuerste und vor allen Dingen die kulinarisch wertvollste aller Pilze. Ein „tartufi bianchi“ aus Alba/Italien kann, je nach Qualität, bis zu 10.000 Euro pro Kilo im Handel/Gastronomie kosten. In Italien (Piemont), in Kroatien (Istrien) und in Frankreich (Périgord), findet der Trüffelsucher (früher eine echte Männerdomäne) die edlen weißen knolligen Pilze. Der begehrteste Parasit der Welt wächst etwa 15-20 cm unter lehm-kalk-brauner Erde mit pH-Werten im alkalischen Bereich, in Symbiose mit den Wurzeln von Eichen, Steineichen, Pappeln, Weiden, Linden und Nussbäumen. Der Fachmann unterscheidet je nach Eingruppierung zwischen 100 und 240 Trüffelarten. Um wirklich frische weiße Trüffel zu kaufen, sollte man zwischen Mitte September und Ende Dezember direkt vor Ort, verbunden mit einem Gourmet-Kurzurlaub, einkaufen: z.B. in Italien in Alba/Asti, in Istrien in Buzet/Mirna-Tal oder in Frankreich L’or des Valois/Périgord. Es wird (leider) viel zu viel Schindluder, gepaart mit krimineller Energie und Geldmacherei mit der begehrten weißen Trüffel betrieben! Und so empfiehlt sich die Vertrauensfrage in/bei Ihrem Feinschmeckerlokal, beim Fachhandel (z.B. Dallmayr, München) oder im seriösen Onlinehandel. 

 

Erlaubt ist was schmeckt. Auch Götter lieben das weiße Gold

Die Hauptarbeit bei der Suche nach dem „weißem Gold“ leisten dabei die Trüffelhunde, die nie reinrassig, sondern immer eine bunte Promenadenmischung sind. In speziellen Schulen werden sie bis zu fünf Jahre lang ausgebildet. Der Spezialist unter allen Hunderassen ist der Lagotto Romagnolo, der u.a. in Italien extra für die Trüffelsuche gezüchtet wird. Trüffelschweine wurden früher nur für die Presse „vorgeführt“. Sie sind in ihrem Charakter viel zu sensibel, weil ihnen ja die besten Pilze mit der begehrenswerten Sex-Duftnote Androstenon verwehrt werden. Wer würde da, auch als Mensch, nicht sauer reagieren. 

Die weiße Trüffel hat eine ungleichmäßige, rundliche Form, die die Größe eines Apfels erreichen kann (Guinness-Rekord: siehe „Istrien“). Das Fruchtfleisch ist von einer feinadrigen Marmorierung durchzogen und die Farbe reicht von fast weiß bis zu dunkelrosa, je nachdem, welchen Reifegrad und von welchem Baum sie in Symbiose lebt. Im Geruch erinnert es an Knoblauch und Käse. In einem luftdichten Behälter (Glas) mit Schraubdeckel und/oder eingewickelt in handelsüblichem Küchenpapier im Kühlschrank kann die Trüffel bei + 3-5°C etwa sieben bis zehn Tage aufbewahrt werden. Keinesfalls kälter, denn die Trüffel ist ein Pilzgewächs und besteht zum Großteil aus Wasser, dass gefrieren und der Pilz dadurch ungenießbar werden würde. 

Trüffel braucht immer ein wenig Öl oder Butter, um sein volles Aroma zu entfalten.

Es gibt auch eine Reihe von „Nebenprodukten“ auf dem Markt, die diese exquisite Gaumenerfahrung konserviert einzufangen versuchen. Die oftmals in Gläsern angebotenen konservierten ganzen Trüffel sind teuer und haben durch den Konservierungsprozess viel von ihrer geschmacklichen Besonderheit eingebüßt. Muss also nicht sein. Am besten sind noch die kleinen Flaschen mit hochwertigstem Trüffelöl. Wer sicher sein will, kauft direkt vor Ort, denn hier ist die Gefahr, dass das Trüffelöl nur aus  Aromastoffen hergestellt wird, relativ gering. Beachtenswert ist das, was bei den Familienbetrieben die Trüffelsucher/Innen, die Olivenbauer und in Nachbarschaftshilfe mit den umliegenden Landwirtschaftsbetreibern an guten Lebensmitteln geschmacklich neu entwickelt wurde. 

(s. „Istrien“). Der Weiterverarbeitung des Trüffels sind somit keine wirklich engen Grenzen gesetzt. Erlaubt ist was schmeckt, wobei das wohl ausgefallenste Trüffelprodukt vielleicht der Schokoladentrüffel ist, dem echter (schwarzer) Trüffel beigesetzt wird. Bizarr, aber überraschend gut im Geschmack.  (Anm.d.Red.: Ursprünglich stammt er aus Norcia, Umbrien).

Doch ob schwarz ob weiß, die Trüffel wird stets geschätzt und sie harmoniert mit jedem Gericht: von der Pasta bis hin zum Reis, vom Fleisch bis zu allen Eierspeisen und sogar dem Fisch. Es ist wichtig, dass sie auf der Speise serviert wird, damit das durchdringende Aroma nicht abgeschwächt wird; ein intensives Aroma, das jede Speise hochwertig macht, das jeden Gaumen zu begeistern vermag, das aufgrund seines besonderen Pathos immer noch sehr oft als erotisierend angesehen wird. 

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Wein Oliven Trüffel

 

Das Mirna-Tal in Istrien, der nordwestlichsten Halbinsel Kroatiens, ist die ideale Heimat für die Trüffel (Tuber magnatum Pico). 

Die Grundlage dafür bietet der dunkle Lehm-Kalk­boden, das weitläufige feuchte Klima und die für das Pilzwachstum wichtigen Laub- und Eichenwälder (Steineiche) sowie das dichte Unterholz rund um die Trüffelhochburgen Livade, Buzet und Motovun. Sie sind noch weitgehend unbekannt. Noch!

Frühmorgens und am besten, wenn der Vollmond fahl und doch erstaunlich hell durch Bäume und Unterholz scheint, sind die Trüffelhunde mit ihren Besitzern unterwegs. Um diese Zeit ist der Geruch der Pilzsporen am stärksten und die Tiere erschnüffeln die Trüffel bis zu 15 cm unter der Erde.

Anita, die Hundeführerin, ist heute mit uns am helllichten Tag mit zwei Hunden unterwegs, einem alten, erfahrenen und einem jungen „Kreuz- und-quer-Mischling“, damit dieser in drei bis fünf Jahren lernt, wo und wie er das „Gold Istriens“ zu erschnüffeln hat. 

Lu aus der bevorzugten Züchtung „Lagotto Romagnola“ war schon sehr früh am morgen unterwegs und hat jetzt frei, obwohl sie – versteht man ihr Hundegebell – sofort wieder mit uns durch das dichte Unterholz streunen würde. 

Die Ausbildung der, meist weiblichen Hunde (sie können sich besser länger auf etwas konzentrieren, ganz im Unterschied zu den Rüden) ist teuer, bringt aber ein gutes Re-Investment. 

Die weiße Trüffel steht in Istrien unter Naturschutz. Etwa 1.000 Familienbetriebe (Vergleich Spanien: 100.000 Familien) haben eine Lizenz zum Suchen. Etwa zehn Familien exportieren dann das „Gold Istriens“ in alle Welt. Derzeit „Weltmeister im Trüffelsuchen“ ist die Familie Zigante. Seine 1.301 Gramm schwere weiße Trüffel steht im Guinness-Rekord-Buch. Die Preise orientieren sich am „Alba-Trüffel“ und liegen UNTER dessen Preisgestaltung, im Klartext: 6.000 statt 10.000 Euro pro Kilo für das „weiße Gold“. 

 

Die beste Reisezeit für Gourmets ist September bis Ende November. 

Nach Triest mit dem Flieger oder in etwa fünf Stunden von München aus mit dem Auto (mit leerem Kofferraum ;-) führt jetzt der gut ausgebaute und fast autoleere Highway H5/E751 in etwa 90 Minuten in das Gourmetparadies Mirnatal in Istrien. Zügig sind die Grenzkontrollen passiert, klar, die Gourmets und Feinschmecker kommen mit „leerem“ Magen. 

Die Touristenmassen, die im Sommer die steinigen Küsten belagerten und kaum ein Durchkommen in den alten und winkeligen Gassen von Porec, Rovinj oder Pula ermöglichten, geben dem Land, den Städten nun wieder ihre Ruhe zurück. Es ist Zeit für Gourmets: die Weinlese ist fast vorbei, die Olivenbäume müssen „abgekehrt“ werden, und tagtäglich, schon morgens ab 03:00 Uhr sind die Trüffelsucher/Innen unterwegs. 

TEXT/FOTO  Frank Gindler 

Das was „wir“ heute gefunden haben, dürfen wir anschließend selber 

verkosten. Die junge Chefin

Daniela Puh selbst, schlägt 20 Eier

in eine große Pfanne, etwas Oliven dazu, und dann „Trüffel satt“ geraspelt

und gehobelt, bis die Eier fast 

darunter verschwinden. 

Ein gutes Glas Wein dazu — 

mehr braucht’s eigentlich nicht. 

www.naturatartufi.com

Trüffel suchen und finden

 

Der „Trick“ dabei: Man muss den Hunden „etwas Besseres” zum Tausch anbieten bzw. antrainieren. 

Im historischen Ambiente des Schlosses „Entre-deux-Monts“ (übersetzt: Zwischen zwei Bergen) empfängt mich aufgeregt die schwarz-weiß getupfte Hündin Jixi und ihr Besitzer Olivier Monny. Im Burgund, nahe Dijon, im altehrwürdigen Winzerörtchen „Nuits-Saint-Georges“, umgeben von Weinbergen, machen wir uns auf die Trüffelsuche. Nachts hatte es geregnet, jetzt kitzeln uns Sonnenstrahlen die Nasen. Bei Jixi scheint es etwas anderes zu sein. Es ist der Duft von Trüffeln! Wild entschlossen beginnt Jixi an der Wurzel eines Baumes zu buddeln. Olivier lässt seine dreijährige Hundedame nie aus den Augen, eilt zum Baum und wirft zur Ablenkung Jixis Tennisball sehr weit – wirklich weit, weit weg.... um Zeit zu gewinnen.

Die Hündin eilt dem Ball hinterher und ich glaube meinen Augen kaum, Olivier schiebt die Erde beiseite und nur knapp unter dem Erdboden finden wir einen  erstaunlich großen, etwa 50 Gramm schweren schwarzen Sommertrüffel „Tuber Aestivum“. Bis Ende Dezember erhofft er sich viele solcher Funde á la Burgunder Trüffel „Tuber Uncinatum“.

Olivier lacht und erzählt, dass er sehr schnell sein muss, denn Hunde lieben Trüffel, genauso wie wir Menschen und eh man sich versieht, kann es passieren, dass sie den kostbaren Pilz selbst verspeist haben. (So erzählt es auch Jochen Schöttker unter www.trueffelfreunde.de, dass er bei Spaziergängen schon mehrfach unerfahrene Zweibeiner getroffen habe, die gar nicht bemerkt hatten, was parallel während eines Gespräches über „Gott und die Welt“ ihre Hunde gemacht haben, nämlich gebuddelt und hunderte von Euros gefressen haben.) 

Auf Nachfrage, will Olivier erst nicht so richtig mit der Sprache herausrücken, doch dann entlocke ich ihm sein Geheimnis, wie man quasi jeden Hund zum Trüffeljäger ausbilden kann.

1. Der Hund lernt Bälle z.B. Tennisbälle zu suchen und zu apportieren. (Es ist der reine und angeborene Spieltrieb fast aller Hunderassen)

2. Man versteckt etwas Trüffel(öl) in den Bällen.

3. Beim Spazierengehen schnuppert der Hund den Trüffel, denkt sich „Hey, da ist mein Ball vergraben“ und fängt an zu buddeln. 

4. Jetzt gilt es schnell, den eigentlichen Ball (den man bis dahin versteckt gehalten hat) aufzunehmen und zu werfen, um den Hund von seinem wertvollen Fund abzulenken.

 

Übrigens riecht der Hund auch, ob ein Trüffel reif ist und wird nur diesen ausgraben, auch wenn der Trüffel recht klein ist. Weiterwachsen wird er, der Trüffel, nicht mehr. Es ist wie bei den Menschen: es gibt große, kleine, dicke und dünne. 

Und noch ein Tipp: wenn Sie Trüffel kaufen, müssen sie diese auch anfassen dürfen! Wenn das nicht erlaubt ist, sind sie wahrscheinlich matschig und schmecken scheußlich. Generell gilt: ein frischer Trüffel fasst sich hart wie eine Kartoffel an und sollte innerhalb von 3-4 Tagen gegessen werden.

Im Schloss „Entre-deux-Monts“ befindet sich der kleine Laden „L’or des valois“. Hier kann man  frische Trüffel kaufen, einen Ausflug mit Trüffelhunden buchen und getrüffelte Gaumenfreuden von Erzeugern der Region verkosten. www.truffedebourgogne.fr/de

 

TEXT/FOTO Jessica Bachmann

Trüffel Wissen

Sommertrüffel

Entdeckt man in den Sommermonaten auf der Speisekarte eines Restaurants frische Trüffel, so handelt es sich ausschließlich um tartufo d’estate oder Tuber aestivum, den Sommertrüffel (ital: Scorzone). Sie sind ein schwacher Abglanz des edlen Tuber brumale (schwarzen Wintertrüffel, nicht zu verwechseln mit dem extremen und intensiven Geruch der Muskat-Trüffel) oder Tuber magnatum, dem Perigord-Trüffel. (s. Seite 160)  Sie sind von weiß­- licher, ins Grau tendierender Farbe und haben einen sehr intensiven Duft. Damit sie ihr Aroma bewahrt, sollte sie vorzugsweise roh verzehrt werden.

 

Schwarze Trüffel

Die schwarze Version (Tuber melanosporum, nicht zu verwechseln mit dem Périgordtrüffel) hingegen, gibt sich hinsichtlich des weißen Trüffels preislich schon bescheidener, weil er auch „weltweit“ anzufinden ist. Ob Australien, China, USA oder Spanien. Sie kostet etwa 1/10 des begehrten weißen Trüffels. Man findet sie in den Monaten Mai bis November und später verarbeitet in der Trüffelwurst, auf einer Pizza und zahlt in manchen Restaurants soviel wie für einen weißen. 

Gezüchtete Trüffel? JEIN! Seit einiger Zeit gibt es großflächige Versuche in Frankreich und einigen südosteuropäischen Staaten. Durch Inokulieren von jungen etwa einjährigen bis mehrjährigen arboretischen Gewächsen kann der Pilz in einem speziellen Substrat herangezogen werden und später auf eine Plantage ausgepflanzt werden. Damit ist Neuseeland zum führenden Trüffelproduzent der Welt geworden. Gentechniker (von der Uni Turin) wollen jetzt die genetische Struktur der Pilze kontrollieren und so Trüffelschwindlern, die wenig aromatische Knollengewächse aus Osteuropa, China und Marokko als weiße Trüffel anbieten, das Handwerk legen, da sich die Pilze äußerlich kaum von den Originalen unterscheiden. 

Trüffel weltweit

Trüffel sind in der gesamten Welt verbreitet und kommen von Nordengland bis Neuseeland fast überall vor. Sogar aride Gattungen wie Terfezia oder Tirmania existieren im arabischen Raum. Die Biologie und Lebenszyklen der unterirdischen Pilze (Trüffel) sind wenig wissenschaftlich erfasst. Die natürliche Trüffelzucht ist aller Annahme zum Trotz ohne Probleme auf dem richtigen Boden möglich. Die weltweit größten Trüffelproduzenten sind Frankreich und Neuseeland. (Q.Wikipedia)

 

Italien

Für die süddeutschen Gourmets ist es nur ein Katzensprung, nach Italien, in die Marken (Sant’Angelo, Vado, Pesarese), Toskana (Siena, Maremma, San Miniato), Emilia Romagna oder Umbrien (Norcia, Spoleto) zu reisen, bella italia inklusive. Kenner besuchen (am besten mit einem einheimischen Gastronomen) den offiziellen Piemonter Trüffelmarkt in Alba oder den nicht-öffentlichen (mit einem Vertrauten) um 5 Uhr in der Früh, „irgendwo in und um Alba“ z.B. in Asti. (siehe Fotos) Hier gibt es  (um die Hälfte des Preises im 30 km entfernten Alba) den tartufo bianco di Alba (Alba-Trüffel), vom Monferrato über das Val Cervina, die Langhe, das Valle Grue bis hin zum Val Turone in großen Mengen. Klar, dass die Piemonter von sich behaupten, dass nur IHR weißer Trüffel aus Alba der beste der Welt sei. Die italienischen Trüffeljäger (trifulau) graben jährlich ungefähr 100 Tonnen Trüffel aus.

 

Deutschland 

Die teuersten Pilze der Welt wachsen auch an der Ahr. Küchenmeister und Inhaber des Sinziger Restaurants „Vieux Sinzig”, Jean Marie Dumaine, präsentierte erstmals 2002 Trüffel, die er im Ahrtal gefunden hat. Sein Hund Max, ein Mischling aus dem Tierheim, erwies sich als erstklassiger Trüffelhund.  

 

Australien

Trüffel im JUNI ? – Ein Unding sagen Insider, ein Geheimtipp sagen Weltreisende. Ende Juni war im fernen Westaustralien das große Trüffel-Festival. Zum fünften Mal wurde in Manjimup das Festival „Truffle Kerfuffle“ zu Ehren des „schwarzen Goldes“ veranstaltet. Um diese Zeit im Jahr werden hier die Trüffel geerntet. Drei Tage lang stand der berühmte „Schwarze oder Perigord-Trüffel“, der hier in unglaublichen Mengen heranreift, im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aus aller Welt kommen jährlich die Feinschmecker zum historischen Fonty’s Pool außerhalb von Manjimup. In der Region werden circa 70 % der gesamten australischen Trüffelproduktion (3.000 Kilogramm) geerntet. Infos unter www.australiatours.de 

Auf dem Weg in Richtung Buje machen wir einen ersten Stopp bei einer der ältesten Winzerfamilien: Gianfranco und Antonella Kozlovic. Von seinem Weingut aus, blicken seine Gäste auf das kleine Dorf Momjan, das weiter entfernt auf einem hohen Gipfel eines Hügels steht. Die Kirche des Hl. Martin aus dem 15. Jahrhundert überragt die Dächer und von oben aus hat man einen grandiosen 360°-Rundumblick über die weiten Hügel und Täler. Die Muskatellerweine aus Momjan sind einzigartig auf der ganzen Welt. Dank seiner Lage und dem Mikroklima gedeiht er in den hiesigen Weinbergen und wird von erfahrenen Winzern zu prämierten Weinen verarbeitet. Gerade hier, in dieser Gegend, entstanden die ersten Gasthäuser (Konobas) in Istrien, die auch heute noch den ganzen Reichtum an natürlichen Düften und Aromen in ihren Speisen anbieten, die im dörflich-ländlichen Umfeld hergestellt werden.

Hier liegen die terrassenförmig angelegten (einzigartig in Istrien) Weinberge von Gianfranco Kozlovic. Imposant und außergewöhnlich gestylt ist das Gebäude mit Vinothek und Weinkeller, das modernste Technik und Design mit den traditionellen Werten der Weinherstellung vereint. Von hier aus haben die Weine des Familienunternehmens ihre Reise in die Gourmetrestaurants in New York, London, Wien u.a. angetreten. Seine Abfüllung „Santa Lucia“ wurde 2013 mit Gold bei der Internationalen Weinchallenge prämiert. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der gelblich, manchmal etwas grünlich schimmernde trockene Malvazija. Er erhielt die Goldmedaille bei der „World of Malvazija” sowie eine Bronzemedaille bei der Internationalen Weinchallenge. Der frische und fruchtige Momjaner Muskat hingegen ist wohl einer der begehrtesten Weine vom „Winemaker“ Kozlovic. Seine trockenen Weißwein, der an den Südhängen angebaut wird, schmeckt hervorragend als Aperitif  oder zu Austern, Fisch, Huhn- oder Pastagerichten. Es ist einer der Pionierbetriebe der neuen Qualitätsoffensive der istrischen Winzer. Spektakulär ist das Design seines Winzergebäudes. Absolut interessant und beachtenswert für Weinkenner sind die zwei autochthoner Rebsorten: Malvazija und Muskat Momjan. Das Weingut füllt exklusiv für die Spitzenköche der „JRE – Jeunes Restaurateurs“ eine Specialedition des Malvazija der Toplage Santa Lucia. Neu im Winzerkeller das spannende Rotweincuveé Santa Lucia. www.kozlovic.hr

Mit das beste Olivenöl der Welt – sagen (auch) die Italiener

Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen, statt Wein Olivenöl zu „testen“. Das Familienunternehmen Ipsa in Ipsi bei Livade darf sich mit Stolz zu den 15 weltbesten Olivenanbauern zählen (Flos Olei – ital. Olivenöl-Guide*). 

Auf etwa fünf Hektar wurden im Jahr 1998 rund 1.000 Bäume mit den Sorten Istarska Bjelica, Frantoio, Leccino, Bugla und Črnica gepflanzt, die nun per Hand und/oder mit einem „elektrischen Besen“ vorsichtig von den Bäumen „gefegt“ werden. Noch am selben Tag werden sie sortenrein verarbeitet (nicht maschinengepresst!) und in der über hundertjährigen steinernen Weinschenke gelagert, abgefüllt und verkauft. Das zarte Öl begeistert das Auge mit seiner leuchtenden Farbe und hat einen sehr milden Geschmack (Olivenöl Ipsa Leccino). Häufig ist es auch der einzige Speisezusatz, der benötigt wird, um den natürlichen Geschmack von frischem Gemüse, Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch- und Teiggerichten hervorzuheben. Ipša Extra Virgin-Olivenöle sind mono-ungesättigte Öle, die reich an Oxidantien, wie zum Beispiel natürliches Vitamin E, aber auch Hunderten von anderen Nutritien sind, welches im Gesamten einen äußerst positiven Effekt auf die Gesundheit (Herz- Kreislauf) von uns Menschen hat und einen wesentlichen Anteil der gesunden mediterranen Nahrung darstellt.

www.ipsa-maslinovaulja.hr

 

Schnelle Informationen unter Tourismusverband Istrien www.istra.hr

 

ISTRIEN-Magazin

Jährlich erscheinendes Reisemagazin zum online durchblättern und kostenlos bestellen unter: www.istrienmagazin.at

 

Konoba Stari Podrum 

Typisch istrische Konoba, historischer Teil mit offener Feuerstelle, auf der u.a. getrüffelte Steaks gemacht werden. Moderner Wintergarten. Ländlich-traditionelle Küche, familiär-herzliches Ambiente, Mutter und Tochter kochen hier gemeinsam. Tipp: die hausgemachten istrischen Fuzi-Pasta mit Trüffeln.

Most 52, 52462, Meriše

http://staripodrum.incroatia.info

Gute Weine –gutes Essen:

 

Santa Lucia

Ein goldener Malvazija, den man am besten bei circa 12° genießt. Passt zu Tintenfisch, Muscheln, Fischgerichten, aber auch zu Huhn, Truthahn oder Kalbsfleisch.

 

Malvazija

Er passt hervorragend zu Fischgerichten, Meeresfrüchten, Sushi und Gerichten 

mit „weißem” Fleisch. Die ideale Serviertemperatur beträgt 10-12°.

 

TERAN

Den rubinrot — violett schimmernden kräftigen Rotwein serviert man am besten zu Lasagne, Pasta oder Gerichten mit Schweinefleisch. Das volle feine Aroma aus Johannisbeere, Sauerkirsche, Zedernholz, Pfeffer und Tabak schmeckt man bei idealen 16°. Der Teran ist vergleichbar mit einem guten französischen Graves oder 

anderen Bordeaux-Weinen.

TEXT/FOTO Frank J. Gindler

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Alles genießen:

Trüffel, Öl, Wein.....

Restaurant Zigante 

Er gilt als DER Trüffelkönig Istriens: Giancarlo Zigante aus Livade: Trüffelhändler, Olivenölproduzent und seit 2013 auch Winzer. 

Lange vor seinen Mitbewerbern hatte er in der Vermarktung von Istriens Trüffelpilzen die Nase vorn und krönte sein Werk vor rund zehn Jahren mit einem eleganten Trüffelrestaurant inmitten der pilzreichen Wälder des Mirnatales. Pasti, Risotti, Fisch- und Fleischgerichte sowie einige Desserts werden hier getrüffelt serviert und zwar mit genau der Trüffelgattung, die in den umliegenden Wäldern gerade wächst. 

 

Etwas ganz Außergewöhnliches für den Gaumen bietet die Kartoffelsurprise, die man unbedingt kosten sollte: flaumiges Erdäpfelsoufflée, gefüllt mit flüssigem Eidotter, an kräftiger Sauce.... und Trüffel „satt“. Der kleinen Ort Levade liegt an der Hauptstrasse zwischen Buje und Buzet. Dazu lässt sich ein Streifzug durch 

die hervorragend sortierte Weinkarte unternehmen. 

www.restaurantzigante.com