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Was haben die Schweizer erfunden?
Ricola, Heidi und das Golfspiel

 

Als vor 125 Jahren der Engadiner Golf Club (GC) als einer der höchstgelegenen Golfplätze der Alpenrepublik gegründet wurde, dachten nur die wenigsten daran, welchen Einfluss diese Sportart auf die Region haben würde. Er ist der älteste Golf- Club der Schweiz und der sechstälteste Kontinentaleuropas  mit einem noch älteren Lärchenbaumbestand. 

 

TEXT: FRANK GINDLER – BILDER: ENGADINER GOLF CLUB, FRANK GINDLER

 Das deutet daraufhin, dass die Schweizer schon lange vor unserem Drang, die „Natur zu retten“, mit Bedacht ihre Spielleidenschaft im Freien auslebten. *Schon 300 Jahre zuvor wurde in den Tälern eine Sportart betrieben, die dem heutigen Golfspiel sehr nahe kam: MAZZA. Dabei galt es, mit möglichst wenig Schlägen eine roh zugerichtete Holzkugel ins Ziel zu bringen. Soweit die Geschichte. Wir schreiben das Jubiläumsjahr 2018. Der GC hat zwischenzeitlich über 1.300 Mitglieder weltweit. Zwischen Mai und Anfang Oktober fanden zahlreiche Golf-Veranstaltungen statt, die sowohl Golfspieler, Politiker, Hoteliers, Banker usw. zusammenbrachte. Eines der Highlights war Mitte Juni die Einladung des GC – ein Zusammenschluss der beiden GC Samedan und GC Zuoz – an alle Präsidenten und Captains der Schweizer Golfclubs. Es folgte der 48. St. Moritz Gold Cup, die 5. Intern. Swiss Senior Amateur Championship u.a.

Am 1. August (gleichzeitig National­feiertag) war mit einem „The Mixed Foursome-Jubiläumsturnier“ – wie vor 125 Jahren – der Höhepunkt aller Festivitäten erreicht, der mit einer Jubiläumsgala im Badrutt’s Palace Hotel höchst gourmetmäßig und mit guten (Schweizer) Weinen gefeiert wurde. Die Geschichte des GC ist in der Design Gallery St. Moritz noch bis Dezember ein Thema. Auf 31 Plakaten, entlang der langen Rolltreppe vom See bis hoch zum Badrutt's Palace, wird die Geschichte und Entwicklung des ENGADINE GOLF CLUBS und des Golfs im Engadin zu bestaunen sein.

 

Schönes Spiel

Der sportlich anspruchsvolle 18-Loch-Platz in der Golfanlage Zuoz-Madulain (Par 72, 5.633m/gelb) liegt auf etwas über 1.700 m üNN und bietet nur selten die Möglichkeit sehr weite Bälle zu schlagen. Präzision und ein gutes genaues Spiel mit den Eisen sind auf der meist flachen Ebene gefragt. Am besten ist es jedoch, man bespielt den Platz zweimal. Uralte Lärchen, kleine Seen und Bäche sind über den Platz verteilt. Das Gletscherwasser ist eiskalt, daher sollte man die Angel nicht vergessen – oder: den Ball erst gar nicht hineinschlagen. Wer gut zu Fuß ist – bitte sehr. Flach und eben sind die Fairways, aber die An- und Abfahrten zum nächsten Abschlag „hügelig“,   da macht ein Golfcart Sinn. 

Für das Engadin sind Nachhaltigkeit und Ökologie wichtig, und so musste das Architekten-Team beim Bau der Golfanlage Zuoz-Madulain  2002 die 72-Par-Anlage nach den modernsten golftechnischen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung der ökologischen wie topographischen Voraussetzungen bauen. Es ist ein technisch anspruchsvoller Kurs mit weitläufigen Fairways, die von viel Wald umgeben sind.  Zahlreiche Wasserhindernisse und Sandbunker sowie acht Doglegs mit zum Teil blinden Abschlägen müssen gespielt sein. Ein schön gelegener Golfplatz, der durch seine anspruchsvolle Linienführung auch geübte Golfer vor ganz neue Herausforderungen stellt. 

 

Der Clubmanager Ramun Ratti

Ramun ist seit 2016 Clubmanager, hat Hcp 9.7 und sorgt sich um die beiden Golfanlagen Samedan und Zuoz-Madulain. Zeit zum Spielen hat er nicht viel,  aber wenn, dann aber: ... Mit ihm eine Runde zu spielen macht Spaß, denn er hat so viel zu erzählen, dass man fast das „schöne Spiel“ vergessen mag. Wenn er davon redet, dass zur frühen Stunde Rehe, Füchse und Feldhasen über den Platz huschen, wie schön eigentlich zu fast allen Tageszeiten die glasklaren Seen in der Sonne blitzen, die Schatten der umliegenden Bergspitzen sich im See widerspiegeln – ja dann ist man im Engadin angekommen und lässt sich von den einzigartigen Lichtverhältnissen regelrecht einfangen. Die Saison ist kurz – nur von meist Mitte Mai bis Ende Oktober. Die Frage, was der Unterschied zwischen seinen beiden Golfplätzen ist, die nur zwölf Autominuten auseinander liegen, ist schnell geklärt: BE-SPIELEN. Vorab: es sind zwei grundsätzlich verschiedene Plätze, die ein völlig unterschiedliches Spiel erfordern. „Der älteste Golfclub der Schweiz“, sagt Ramun, „ist unser Home of Swiss Golf“. Ähnlich wie ein Linkskurs aufgebaut, mit Wasserhindernissen und alten Baumbeständen, die schon vor der Golfplanung hier standen. 

Und so ist es unausweichlich, dass beim Abschlag (Par 72, 5.923m/gelb) zum Teil 700 Jahre alte Lärchen mitten im Sichtfeld stehen, die man strategisch um-spielen muss. Wer nun einen hügeligen Golfplatz erwartet, wird von dieser Anlage überrascht sein. Die Fairways sind flach, die Bälle fliegen, dank der Höhe, weiter als sonst. Trotz allem: man sollte den Platz nicht unterschätzen und selbst gute Spieler/Innen finden hier eine gewisse Herausforderung. Und „Hab Acht“ ist geboten: die plötzlich auftretenden Maloja-Winde pfeifen unverhofft, meist im Sommer, über den Platz und machen alle Annäherungsschläge zur Farce. 

Nur sechs Kilometer von St. Moritz entfernt kann man hier, mit einem atemberaubenden Rundumblick auf die Bergkulisse des Oberengadins, das schöne Spiel genießen. Das inspirierte übrigens Willy Bogner für seine 007-Filme und Sean Connery erinnerte sich hier immer an seine Heimat Edinburgh. An sechs Löchern prangt eine überdimensionale, dunkelgrüne Rolex-Uhr, wie man sie nur  von den Major-Turnierplätzen kennt. Und wenn dann noch ein Helikopter oder Learjet zwischen den Bergen auftaucht und auf dem nahe gelegenen Flugplatz landet, sind manchmal die Flugbahnen der Golfbälle Nebensache! 

Engadine Golf Club – Home of Swiss Golf — since 1893

Das Jubiläumsturnier wurde, wie vor 125 Jahren, als Mixed-Foursome am 1. August bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen. Die Early Birds starteten auf der Golfanlage Samedan bereits um 07:00 Uhr in der Früh mit einem Kanonenstart. Um den Spielfluss bei der Rekordteilnehmerzahl von 258 Spieler/Innen zu beschleunigen wurde in Flights mit 6 Personen gespielt. Der zweite Kanonenstart dann um 13:00 Uhr.

Von der ASG war Präsident Reto Bieler und das Vorstandsmitglied Olivia Stoffel mit dabei. Aktiv mitgespielt haben von der ASGI deren Präsident Franz Szolanski, vom Bündner Golfverband der Präsident Pius Ackermann und ebenfalls mit auf der Runde Präsident Peter Enzinger vom Österreichischen Golfverband. Mit großer Freude wurden auch die EGC-Playing-Pros Caroline Rominger und Martin Rominger begrüßt. Am Abend dann standesgemäss, ausgelassen und harmonisch die große Jubiläumsfeier im Badrutt’s Palace Hotel, St. Moritz.