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Am Ende der Welt (Argentinien – Feuerland)

 

Text: Frank Gindler / Fotos: Markus + Frank Gindler

 

 KAP HOORN 

 

Der Höhepunkt der Reise ist sicherlich das Kap Hoorn. Seine Lage: 55º 59’ südlicher Breite und 67º 19’ westlicher Länge. Jene über 400 Meter hohe chilenische Felsklippe, die als südlichster Punkt Südamerikas gilt und ein zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärter Nationalpark ist.   


Diese Felsklippe wurde vom niederländischen Seefahrer Willem Cornelisz Schouten am 29.1.1616 erstmals erwähnt. Es war also nicht Francis Drake, der Engländer, der meinte, Kap Elisabeth schon 1578 umrundet zu haben. Bis 1914 (Eröffnung des Panamakanals) war sie eine unverzichtbare Route. Man nimmt an, dass in den Stürmen zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert mehr als 800 Schiffe unter gingen – mit Mann und Maus. Zu Ehren der verstorbenen Seeleute wurde am 5.12.1992 auf der Gipfelspitze ein stählernes sieben Meter hohes Denkmal – ein stylisierter Albatros – des Künstlers José Balcelis aufgestellt. Dieses Denkmal hätte Stürmen mit bis zu 200 km/h standhalten sollen. Am 10.11.2014 zerbrach es in zwei Teile und wartet bis heute auf seine Restaurierung. Eine Botschaft ist eingraviert „Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet. Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute, die Kap Hoorn ansteuerten von allen Meeren der Erde. Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen. Denn heute fliegen sie auf meinen Flügeln in die Ewigkeit”: Mit diesem Wissen, am Vorabend durch einen der zahlreichen Diavorträge an Bord der M/S Stella Australis erfahren), setzen wir mit den Schlauchbooten bei relativ ruhiger See (!) auf das klitschige Felsengestein über. Steile Treppen führen hinauf auf ein Hochplateau. Der Wind pfeift und Regentropfen pieksen wie Nadeln im Gesicht. Weit und breit kein Baum, nur Gras und Gestrüpp, dass geduckt kurz oberhalb der Erdoberfläche Wind und Wetter trotzt. Wie an einer roten Perlenschnur aufgereiht, stemmen sich die Amateur-Expeditions-Teilnehmer auf höher gelegten Holzstegen dem Wind entgegen und nähern sich so dem Albatros-Denkmal, dem Leuchtturm und der kleinen Kapelle. Ein sehr einsamer Leuchtturmwärter wacht über das Meer, hier am Ende der Welt – wie lange noch? Und doch: auch hier gibt es saftig grüne Pflänzchen und leuchtende, zarte Blümchen.Fest steht, die Welt ist hier besonders schön. Es ist ein ganz besonderer Ort. Einsam und doch so vielfältig, gottverlassen und doch so voll mit Leben. Mystisch und magisch zugleich. Unsere Reise mit der M/S Stella Australis endet hier. Zurück geht’s über Nacht nach Ushuaia. Es ist die südlichste Stadt der Welt. Hier trennen sich die Wege der Reisenden. Einige checken gleich ein ins nächste Schiff, das sie direkt an den Rand der Antarktis bringt. Sie möchten die riesigen schwimmenden Eisberge sehen, die großen Königspinguine, Seeelefanten und je nach Jahreszeit die Wale. Andere Reisende machen sich auf den Weg nach Patagonien (s. PCLife-Herbst 3-2015). Für viele der Mitreisenden ist hier Schluss. Sie haben Patagonien vor Tagen und Wochen durchquert und den Pinguinen schon „Guten Tag“ gesagt. Für sie steht ein Shuttle parat, der sie zum Airport bringt. Über Buenos Aires fliegen sie in ihre Heimatländer zurück. Abschließend das Kompliment an die Organisation der Australis-Company, die in der großen argentinischen Metropole ihre Gäste sich nicht selber überlässt, sondern noch für einen Aufenthalt/Übernachtung sorgt, eine klassische Tango-Show mit eingeschlossen.

http://www.australis.com/site/ger/


Wissenswert

Anreise
Mit Iberia – www.iberia.com – oder Lan Chile – www.lan.com – von Deutschland nach Santiago de Chile. Von hier aus weiter mit Lan Chile nach Punta Arenas. Der Rückflug über Ushuaia geht über Buenos Aires.

Unternehmen
„Cruceros Australis” – www.australis.com – ist mit seinen beiden Schiffen M/S VIA AUSTRALIS und M/S Stella Australis derzeit das einzige Kreuzfahrt-Unternehmen, welches die Fjorde Feuerlands zwischen Punta Arenas, Kap Hoorn und Ushuaia befährt.

Kreuzfahrt
Es gibt drei verschiedene Route-Varianten: 5 Tage/4 Nächte von Punta Arenas nach Ushuaia,
4 Tage/3 Nächte von Ushuaia nach Punta Arenas oder Hin- und Rückfahrt.
Die meisten Reisenden verbinden die Kreuzfahrt mit Städtetouren in Santiago de Chile und Buenos Aires sowie einem
Natur- und Wanderurlaub im chilenischen Nationalpark Torres del Paine.

Service
An Bord gibt es Vollverpflegung mit freier Bar zu festgelegten Zeiten für sämtliche Getränke, auch Weine und Spirituosen.

Reisezeit
September bis April. Nebensaison ist von Oktober bis Anfang Dezember und von Mitte März bis Anfang April. Hauptsaison
ist November, die zweite Dezemberhälfte sowie Januar bis Mitte März.

Wetter
In Patagonien und Feuerland ist das Wetter sehr unbeständig. An einem Tag können sie Sonne, Regen, Windstille und Sturm erleben. Meistens ist es kalt.

Kleidung
Warme, regenfeste Kleidung. Gutes Schuhwerk für Landgänge.

Währung
An Bord kann in US$ und chilenischen Pesos bezahlt werden.