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Stopover zwischen zwei Welten

Istanbul

 

TEXT/BILDER: Frank Gindler

 

Die Stadt am Bosporus mit ihren sieben Hügeln hat vieles zu bieten. Ihr von Jahrhunderten geprägtes pulsierendes kulturelles und kommerzielles Zentrum offenbart die einstige Herrschaft der griechischen, römischen, lateinischen und osmanischen Reiche.  

Der Reichtum der Stadt an Sehenswürdigkeiten und Architektur zeugt von diesen Einflüssen und macht sie unter den Weltstädten Rom, Stockholm, Berlin, Paris u.a. unvergleichbar und einzigartig. Als einzige Weltstadt verbindet sie zwei Kontinente, zwei Weltanschauungen.

Mit dem privaten Bootsservice von Six Senses Kocataş Mansions (Seite 108), des kürzlich eröffneten und sorgfältig restaurierten Anwesen, erreicht man die Altstadt in etwa 45 Minuten – und das ganz ohne Verkehrsstau. 

Ein erster Spaziergang durch die Altstadt führt zum Sultan-Ahmet-Platz (türkisch: Sultanahmet Meydanı), der einst als Hauptstraße Konstantinopels diente. Viele der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls säumen den Platz – vor allem die Hagia Sophia. Die ehemals griechisch-orthodoxe Kirche wurde im 14. Jahrhundert in eine osmanische Moschee umgewandelt. Heute ist das massive, reich verzierte Bauwerk säkularisiert und dient als Museum. Im Inneren säumen prächtige Mosaike die Wände der Galerie, ebenso wie kalligraphische Scheiben und andere Meisterwerke. 

Weiter in Richtung Süden steht die Sultan-Ahmed-Moschee, die im Volksmund als „Blaue Moschee“ bezeichnet wird. Sie hat ihren Namen von den leuchtend blauen Fliesen, die das Innere der Moschee säumen. Nur kurz: Die Moschee besteht aus sechs Minaretten, einem riesigen Innenhof und kaskadierenden Kuppeln mit insgesamt fünf Haupt- und acht Nebenkuppeln, die höchste: 43 m! Mehr als 250 Fenster erhellen den Innenraum, der etwa 10.000 Menschen Platz bietet.  

 

Bevor’s dann endlich zum Shoppen geht, sollte man wenn möglich den Topkapı-Palast besichtigen, in dem die osmanischen Sultane ungefähr 400 Jahre lang lebten und Hof hielten. Zu sehen sind in den meist reich mit Kacheln verzierten Wänden und Decken eine Fülle von Juwelen, Accessoires, die kaiserlichen Gewänder und Uniformen und die Porträts von 36 Sultanen. Ein MUSS: Der Eintritt in den Harem, der unter dem Turm der Gerechtigkeit zugänglich ist. Hier hielten Sultane bis zu 300 Konkubinen, die von Eunuchenwächtern verteidigt wurden. Wer sich „nur“ für die Geschichte der Stadt interessiert und gut zu Fuß ist, dem sind noch die Touren zur Basilica Cistern, Kapali Carsi, Suleymaniye Hamami, Misi Carsisi oder Süleymaniye-Moschee empfohlen. 

Wissen macht hungrig: Am Eminönü Pier herrscht ein einvernehmliches Multikulti und alle sind sich einig, dass das Balik ekmek (Fischsandwich) über Länder-, Geschlechter- und Religionszugehörigkeiten hinweg alle genussvoll, köstlich und friedlich vereint. Es wird meist direkt  von farbenfrohen Holzbooten aus verkauft. 

Einen Überblick über dieses quirlige Geschehen hat, wer mit etwas Glück einen Fensterplatz im mehrstöckigen Restaurant Hamdi in Eminönü „ergattert“. Ein kleiner Aufzug führt zur (verglasten) Dachterrasse. Mit einem herrlichen Blick auf das lebhafte Leben direkt unten am Pier, der weltbekannten Galatbrücke über das „Goldene Horn“, genießt man die typische unverfälschte türkische Küche. 

So gestärkt muss man sich nun entscheiden: gleich nebenan ins quirlige Leben, in den „Ägyptischen Gewürzbazar“ verschwinden oder doch noch etwas zeitgenössische Kultur aufnehmen? Der Weg führt außerhalb der Altstadt und über das „Goldene Horn“, vorbei an den unzähligen Anglern nach Beyoglu, das für seine florierenden Restaurants, seinen Bars und seiner Kunstszene bekannt ist. Das Szeneviertel in Istanbul steht den Trendmetropolen wie Berlin und London in nichts nach. Hier zeigt sich die Riesenstadt am Bosporus von ihrer westlichsten Seite. Ein Streifzug durch die verwinkelten Gassen offenbart wie groß die Kluft zwischen islamischen Traditionen und moderner Szene in dem Land ist. Das multikulturelle Stadtviertel ist eines der angesagtesten Studenten- und Ausgehviertel Istanbuls. In den prachtvollen Jugendstilhäusern der Fußgängerzone Istiklal Caddesi sind von A= Apple bis Z= Zara alle internationalen Warentempel vertreten. Übersetzt bedeutet der Straßenname „Unabhängigkeit“ und ist damit ein Symbol für die neue, die moderne Türkei. Die neuesten Designs der Türkei mit wechselnden Ausstellungen türkischer und internationaler Künstler sind ein wahrer Magnet, der die internationalen Gäste anzieht. Dagegen wirkt die alte Straßenbahn, die sich bimmelnd den Weg durch die Masse bahnt, fast wie ein nostalgisches Relikt vergangener Tage. Etwa 1.500 m lang ist „Istiklal Caddesis“ die beste Einkaufsstraße in Istanbul – und zur späteren Stunde, mit einem Abstecher in die Seitenstraßen, bekannt für sein attraktives Nachtleben mit Lokalen, Diskotheken u.a. 

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     … Ihr erster Boxenstopp:  
  Südlich der Alpen  
In Meran und Umgebung eine gute Unterkunft zu finden, ist nicht besonders schwer.
Das richtige Hotel für Ihren Porsche, Ihrem Oldtimer etc. muss aber einiges mehr bieten …

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