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Der wohl beste Golfplatz der Welt

DIE IDYLLE TRÜGT

Der Golfcourse Golf Royal Country Club, Newcastle zählt unter der Golferelite zu den Top 100 und ist mit dem Prädikat: schönster Golfplatz in Großbritannien und Irland bewertet. 2016 wurde er von „Golf Digest“ zum besten Golfplatz der Welt gewählt. Tee  Times sind heute fast ebenso schwierig zu bekommen, wie im Home of Golf, in St. Andrews oder eine Audienz beim Papst. Der 1899 erbaute typische Links-Course ist mit 7.186 yd (Championship) bzw. 6.675 yd (Stableford) lang und äußerst schmal, was ein absolut konzentriertes Spiel erfordert und ein äußerst präzises noch dazu. Die Herren spielen den anspruchsvollen Course mit Par 71, die Damen mit Par 76. Die Bahnen 1-3 führen entlang der Dundrum-Küste und die Spieler aller Stärken kämpfen mit den heftigen Winden direkt vom Meer. Diese lösen sich ab mit den Winden, die direkt von den Mountains of Mourne im 90 Grad Winkel zum Meer auf das „schöne Spiel“ treffen. Wer unter Hcp 18 spielt, hat seine Freude auf diesem wirklich außergewöhnlichen Course. Wer meint, er/sie spiele das Hcp „locker“, darf das unverzüglich unter den gestrengen Augen des Platzwarts, der jeden Gast per Handschlag begrüßt, unter Beweis stellen. Einen „Mulligan“ zu spielen, is not very Britisch, das gilt auch hier und beweist lediglich die fehlende Akzeptanz zum Golfsport. Schön anzuschauen ist das lila Heidekraut und der goldfarbene Ginster. 

Doch gnadenlos wird jeder bestraft, der die oft nur 20 m breiten Fairways nicht perfekt trifft. Der erste Abschlag an Hole 1, Par 5 sollte also schon mal mindestens 170 m Flugbahn hinter sich gebracht haben, um dann, oben auf dem Hügel, den nicht einsehbaren Fairway zu treffen. Die „charmant“ in den Platz tief eingegrabenen Sandbunker werden freundlich „bärtige Bunker“ genannt. Die Assoziation dazu wird einem erst dann so richtig bewusst, wenn man so einen Bunker erstmals zu Gesicht bekommt. Dann wird mit einem Bunkerschlag der kleine weiße Ball über den eigenen Kopf und noch höher auf das Fairway geschlagen, das „irgendwo“ beginnt. Wer das schafft, der darf am Abend in der Bar des exklusiven Clubhotel (Seite 97) einen ausgeben. Einen? Zur Info, es gibt ungefähr 120 Bunker auf der Runde, okay, nicht alle sind so „bärtig“. Wer das 4. Loch, mit Par 3 spielt, sollte den Ball locker 200 m weit über dichtes Ginster-Gestrüpp schlagen können, denn der Ball landet direkt auf dem Grün. Das Hole 9 dürfte eines der meistfotografierten Abschläge der Welt sein. Ein Par 4 mit 486 yd ist eigentlich kein Problem - auch für eine mittlere Spielstärke – das jedoch nur solange bis man am Abschlag steht und sich erst einmal „orientieren“ muss. Wie der Name sagt, ist es ein Links-Course mit Hügeln und Bunkern, dichtem Gestrüpp, Dünen und irgendwie dazwischen leuchtet grünlich-gelb, das Fairway. Auch hier ist das Putting Green wieder einmal 30, 40m höher als der eigene Standort. Das sicherlich zur Freude der Balljungen, die am Abend über den Platz laufen und fehlgeschlagene Bälle säckeweise einsammeln. Jetzt gilt es mit einem gut gewählten Eisen den zweiten Schlag so zu bemessen, dass er zwei weitere Bunker überspielt um punktgenau auf dem Grün zu landen. Das Grün gleicht einer badehandtuchgroßen Insel im stürmischen Meer mit hohen Wellen. „Blinde Schüsse“, wer kennt das nicht, wenn man 150-170 m weit schlagen muss, ohne zu wissen, was alles auf den schmalen Fairways noch so „im Weg“ steht, sind  allgegenwärtig und machen das Spiel „reizvoll“. Einen Caddy dabei zu haben – das ist ratsam. Und wahrscheinlich billiger als der Kauf neuer Golfbälle, die man bisher schon alle verschlagen hat. Wer es bis zum 12. Hole geschafft hat, ist gut und darf hoffen, dass er ab dem Hole 13, dem (nachgesagt) wohl besten, schönsten, anspruchsvollsten Hole der Welt, endlich zu seinem Spiel gefunden zu haben (glaubt). Für mich persönlich war es mein schwerstes und anspruchsvollstes „schönes Spiel“ (Hcp  20,6). Dass es die Scorekarte nicht einmal schaffte bis an die Hotelbar zu kommen, sagt eigentlich alles. Es bleiben bittersüße Erinnerungen und der Gedanke an ......  nochmals eine Runde zu spielen. 

www.royalcountydown.org/Course_Tour_(1).aspx

IRISCH GUT

 

Slieve Donard Resort & Spa

In Newcastle, direkt am Strand liegt dieser wundervolle Backsteinbau aus dem letzten Jahrtausend inmitten einem sechs Hektar großen Privatgrundstück in dem auch der Golfclub Royal Country Down integriert ist. Von den Seaside-Zimmern aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Bucht von Dundrum. In der Ferne wirft der mächtige Gipfel von Slieve Donard seine Schatten über das kleine Fischerstädtchen. Das Resort hat zwar „nur“ 4 Sterne, doch das ist schlichtweg eine Untertreibung, zumindest wenn man das Interieur und vor allem den Spa-Bereich richtig bewerten will. Sauna, ein Dampfbad, ein Aerobic-Studio, ein gut ausgestattetes Fitness-Studio und vor allem der 20 m Pool laden (besonders, wenn es draußen etwas „windig“ ist) zum langen verweilen ein. Das große Restaurant mit seinen hohen Decken ist Treffpunkt zum Five o’Clock Tea, zum Breakfast und abendlichen Dinner. Wer rechtzeitig einen Fensterplatz ergattert (oder lange genug Stammgast ist), der fühlt sich wie ein „kleiner Lord“ und schaut aus den raumhohen Erkerfenstern auf das irische Grün. Die wunderschönen Zimmer (circa 180) sind mit Ornamenttapeten und schweren Vorhängen eingerichtet und haben gemütliche Sitzecken, Sofas und Sessel. Alle verfügen über SAT-TV, WLAN, Teekocher, etc. Die Bäder mit Dusche und Wanne sind modern und groß. Okay, manche Zimmer, manche Ecken haben etwas Patina angesetzt, doch das verstärkt (zumindest aus meiner Sicht) die Tradition, die mit diesem Hause verbunden ist. Das Interieur in der großzügigen Lobby, in den Gängen, im Restaurant, in der Bar  und im Spa-Bereich kombiniert geschickt Antiquitäten und klassische Eleganz mit moderner Kunst. Allein der Reiz an gleicher Stelle zu sitzen, wie einst Sir Charles Spencer „Charlie“ Chaplin, fasziniert. Zimmerpreise ab etwa 95 irische Pfund = 120 Euro pro Zimmer. 

res2@sdh.hastingshotels.com

TEXT Frank Gindler