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Die Magie der Masken

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Gelebte Mystik im Zeitalter der Technik

Es ist ein Brauch, der ganze Dörfer und Städte nördlich und südlich der Alpen in seinen Bann zieht. Allen Fasnachten (nicht zu verwechseln mit Karneval) gemeinsam ist das Leitthema: der Kampf des Frühlings gegen den Winter.

TEXT/BILDER: FRANK GINDLER 

Nirgendwo sonst finden sich so viele und unterschiedliche Fasnachtsbräuche und nirgendwo werden sie, südlich  der Alpen, so ausgiebig gepflegt wie in Tirol. Die Figuren und Masken dieses bunten Brauchtums reichen mit ihren Wurzeln in graue Vorzeiten zurück. Sie haben mit Sonnenkult und Fruchtbarkeitszauber, mit dem Vertreiben böser Kräfte und der Beschwörung der Lebensgeister zu tun. Bei den mystischen & archaischen Treiben in Imst, Nassereith, Telfs, Axams und rund um Innsbruck und Hall, prägen bei den bunten und ausgelassenen Aufführungen prachtvolle, handgeschnitzte Masken und aufwendige Kleider für die „Fasnachts-Tage die Stadtbilder. Fantasievoll geschmückte, mit Aufbauten versehene Wagen ergänzen die Umzüge der altehrwürdigen Gruppen und Figuren und sorgen für Heiterkeit, Bewirtung und etlichen Schabernack. So zählt die jahrhundertealte Tradition der Imster Fasnacht zu einem der farbenprächtigsten Fasnachtsspektakel in Tirol und findet im drei- bis fünfjährigen Rhythmus statt, wobei unterschiedliche Maskentypen (Spritzer, Sackner, Kübelemaje, Vogelhändler, Kaminer, Hexen und Bären) die Hauptfiguren (Roller und Scheller) beim Schemenlaufen begleiten. Im Anschluss an den Aufzug folgen große und reich dekorierte Fasnachtswägen. Erst am darauffolgenden Montag – also am 10. Februar – ziehen die Teilnehmer noch einmal durch die Stadt, im Kostüm, aber dann ohne Masken. So findet das noble Treiben vom Vortag eine etwas ungezügelte Fortsetzung. 2012 wurde das traditionsreiche Imster Schemenlaufen zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. www.fasnacht.at

 

Fest verwurzelt und eine äußerst ernste und aufwendig inszenierte Angelegenheit wird den Organisatoren und Ver­anstalter in Nassereith beim dreijährig stattfindenden Nassereither Schellerlaufen abverlangt. (Alle Bilder aus 2019). Von 6. Jänner bis zum Faschingsdienstag regiert die Fasnacht in dem kleinen Gurgltaler Dorf. Rund 900 Fasnachtsbegeisterte (etwa 10 % der Bevölkerung)  verwandeln ihre Stadt in ein Menschenmeer aus Schellern, Rollern, Kehrer, Hexen, Bären und ziehen Besucher in ihren Bann. Auffallend dabei ist die Mischung der Kostüme zwischen alten „furchteinflößenden“, aufwendig geschnitzten Holzmasken und im krassen Kontrast dazu die farbenprächtigen, spitzenverzierten, einzigartigen in mühevoller Handarbeit hergestellten Seidengewänder im Barock- und Rokokostil im Stil von „Karneval in Venedig“. Eine Erklärung für diese einmalige „Völkerverständigung“ findet sich in der einst strategisch wichtigen „Karawanenstraße“, heute die Bundesstraße 189, zwischen Italien und Deutschland über den Fernpass. http://www.fasnacht-nassereith.at/schellerlaufen.html