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Am Ende der Welt (Argentinien – Feuerland)

 

Text: Frank Gindler / Fotos: Markus + Frank Gindler

 

 AINSWORTH-BUCHT 

 

Aus ist es (vorerst) mit dem Wetter aus mit dem blauen Himmel, dem türkisfarbenen Meer, den grünen Wäldern, den weiß/blauen Gletschern. Zusammen mit unserer netten Biologin übten wir erstmals das umsteigen vom Schiff auf die bereitgestellten Zodiacs (auf Deutsch: Firmenname für große, schwarze und schwere Festrumpfschlauchboote). Ab jetzt waren die Botaniker in ihrem Element.  

 

Erfahrungsgemäß liegt das Alter der Gäste im oberen 55+ Bereich.
Es ist – was wir so erfahren haben – der gehobene Mittelstand mit guter Ausbildung, guten Berufen. Vorruheständler, Fortbildungssüchtige, etliche auf Erbevernichtungstour und solche wie wir, die Feuerland und später Patagonien besuchen möchten, um in den unendlichen Weiten des Landes die Stille zu hören. Ausgestattet mit Parkas, Mütze, Handschuhen, festem Schuhwerk, darüber dann die obligatorischen weithin sichtbaren leucht-orangen Schwimmwesten, betreten wir das Naturschutzgebiet Alberto de Agostini in der Ainsworth-Bucht und sehen in weiter Ferne den Marinelli Gletscher. Steine und rote Mooswiesen säumen den Strand. Vor wenigen Jahrzehnten waren hier noch die Eismassen des Gletschers, der jetzt mehrere Kilometer ins Land hinein abgeschmolzen ist. Der subantarktische Dschungel ist kalt und feucht. Von den an Felsen und abgestorbenen Bäumen haftenden Moosen tropft Wasser. Die lateinischen Namen für die bizarren Flechten, Sträucher, Pflanzen und Gräser sind „nicht mein Ding“. Eher empfinde ich deren grazile Formen und die unterschiedlichen Farbgebungen als lohnende Objekte um sie im Bild festzuhalten. Das es auch schon Biber in dieser kalten, gottverlassenen Gegend gegeben hat, sehen wir an den teils unvollständigen Biberburgen und den abgenagten typischen, spitz zulaufenden  Baumstümpfen. Endlich kommen wir einen ersten lebenden See-Elefanten relativ Nahe. Die geschätzten 3.000 kg Lebendgewicht sind beängstigend. Das lässt den Pulsschlag etwas in die Höhe schnellen. Zurück von unserer nasskalten Wandertour haben die fleißigen Helfer der Australis-Staff eine Bar aufgebaut und gut gekühlt mit Gletschereis werden einige Flaschen „Lebenswasser“, sprich Whisky geleert. Bei 30-40 Wanderer ist das kein großes Gelage. Vor unseren Augen und mit klarem Blick sehen wir die ersten größeren bizarren blau schimmernden Eisblöcke im Meer treiben.